


Link SRF: Sherpas „Die wahren Helden am Everest“
DOK-Serie Sherpas
"Die wahren Helden am Everest"
Eine Schweizer Expedition am Mount Everest. Der Film zeigt die dramatischen Ereignisse beim Aufstieg sowie die atemberaubenden Ausblicke in die Himalayalandschaft. Im Zentrum des Filmes stehen die Sherpas. Ohne sie könnten die zahlreichen Expeditionen den Gipfel nicht erreichen. Gemeinsam mit den DOK-Kameraleuten filmten zum ersten Mal Sherpas am Everest. Sie zeigen ihre eigene Sicht auf die Bergtouristen und sich selbst und die eigene, oft halsbrecherische Arbeit. Der 90minütige Film ist eine Verdichtung der wichtigsten, spannendsten und berührendsten Momente der gleichnamigen Serie des letzten Frühjahrs - sie hat international Aufsehen erregt und ist am Bergfilm-Festival Tegernsee und dem International Mountain Film Festival von Kathmandu ausgezeichnet worden.
Eine interkulturelle Zusammenarbeit zwischen Redaktion SF DOK und Nepal
SF 1 zeigt mit «Sherpas – Die wahren Helden am Everest» eine dreiteilige Dokumentation der besonderen Art über eine Expedition am Mount Everest. Einheimische Nepali und Sherpas filmten die Realität der Sherpas und bringen damit ihre eigene Sichtweise ein, während die SF-Reporter das gesamte Unternehmen beobachteten. Führende Produzenten der interkulturellen Zusammenarbeit sind Frank Senn (SF DOK) und Hari Thapa (Nepal) gemeinsam mit Otto C. Honegger.
Wenn westliche Bergsteiger vom Everest zurückkommen, dann erzählen sie von den Strapazen, von ihrem Triumph, vom Sieg über sich selber, von der Natur und von der Göttin Miyo Langsangma, die Ihnen erlaubt hat, ihren Everest zu besteigen. Sie erzählen über die Sherpas, die Ihnen immer lächelnd geholfen haben. Die Sherpas, welche sich nie etwas von den Strapazen haben anmerken lassen – ja, sogar Freundschaften seien entstanden mit den freundlichen Leuten aus dem Solo Khumbu.
Doch wer sind diese Sherpas wirklich? Was fühlen sie, wenn sie auf eine Expedition aufbrechen? Was verbirgt sich hinter Ihrem Lächeln? Das sind Fragen, welche sich wohl die wenigsten westlichen Bergsteiger stellen. Das sind die Fragen, welche im Film «Sherpas – Die wahren Helden am Everest» gestellt und beantwortet werden – und dadurch erscheint das Höhenbergsteigen, das sonst vorwiegend von westlicher Sichtweise geprägt ist, in einem andern Licht.
Der Film beginnt im Dorf Thamo im Solu Khumbu, wo viele Sherpas mit ihren Familien leben. Lange bevor die Expeditionen kommen, beginnt die Vorarbeit am Berg. Der berühmte Khumbu-Eisfall wird begehbar gemacht, die Lager eingerichtet. Dann kommen die westlichen Bergsteiger ins Spiel. Eine Expedition, mit vorwiegend Schweizer Teilnehmern unter der Leitung von Kari Kobler, wird aus der Sicht der Sherpas beobachtet. Diese Sichtweise wird in extremer Höhe von Sherpa-Kameramännern gefilmt. Sie drehen auch dann, wenn sie die Expeditionsteilnehmer in die Todeszone hinaufbringen und ihnen dazu verhelfen, ihren Traum zu verwirklichen. Am Berg, vor allem wenn die Sherpas auf die westlichen Bergsteiger warten, erzählen sie ihre persönlichen Geschichten.
Die Sichtweise der Sherpas
Produzent Frank Senn hat das Projekt im Laufe der letzten fünf Jahre gemeinsam mit Hari Thapa, einem nepalesischen Kameramann und Produzenten, entwickelt. Die Dokumentarfilmerin Marianne Pletscher hatte Hari Thapa mit Frank Senn zusammengeführt. Hari Thapa führte dann unzählige Gespräche mit Sherpas, in enger Zusammenarbeit mit dem DOK-Team. Frank Senn recherchierte selber im Gebiet der Sherpas im Solo Khumbu und trieb das Projekt gemeinsam mit Hari Thapa voran. Mit im Team ist der ehemalige Redaktionsleiter DOK Otto C. Honegger, der dieses gewaltige Projekt förderte und und unterstützte und als Co-Autor inhaltlich mitbegleitete.
«It is like going to war,» sagt ein Climbing Sherpa zu Hari Thapa in einem Vorgespräch. «Du weisst nie, ob du wieder zurück kommst. Du weisst nicht, was mit deiner Familie passiert, wenn du am Berg stirbst.» Solche Worte drücken aus, dass hinter dem lächelnden Gesicht Gefühle verborgen sind – und die Angst, die Existenz zu verlieren. Geld ist der Hauptantrieb, warum die Sherpas überhaupt Berge besteigen. Sie verdienen während einer Expedition für lokale Verhältnisse sehr viel Geld. Die Familien leben im Ungewissen, wenn der Vater und Ehemann in über 8000 Metern Höhe für die westlichen Expeditionsteilnehmer Fixseile legt und den Weg sichert. «Es verletzt uns, wenn sich die westlichen Bergsteiger mit ihren Erfolgen brüsten, obwohl wir dafür unser Leben riskieren.» Auch das ist eine Aussage eines „Climbing Sherpas“.
«Sherpas – Die wahren Helden am Everest» ist ein Film, in dem sich die Bergbewohner öffnen, Es ist nicht einfach für die Sherpas, über ihre Gefühle zu reden, denn sie sind abhängig von den mächtigen Agenturen und den westlichen Bergsteigern. Wohl deshalb wurde noch nie ein Film über sie gemacht. Mit Hari Thapa, dem Nepalesen, war dies möglich, denn er ist einer von Ihnen.
Das Vorgehen
«Sherpas – Die wahren Helden am Everest» ist eine interkulturelle Zusammenarbeit zwischen nepalesischen und westlichen Kamerateams. Einerseits geht es um das schweizerische Expeditionsteam, andererseits aber vor allem um die Arbeit, die Ansichten und Gefühle der Sherpas. Bis ins Basislager und bis auf 6000 Meter über Meer haben die SF-Teams gemeinsam mit Sherpa- und Nepali-Kameraleuten gedreht, in grossen Höhen kamen nur noch die Sherpa-Kameraleute zum Einsatz.
Vorgängig hatte SF die Sherpa-Kameraleute ausgebildet. Verantwortlich dafür waren Marianne Pletscher, erfahrene Dokumentarfilmerin und Ausbildnerin von SF, und die Berg- und Höhenerfahrene Kamerafrau Sarah Senn-Hauser. Sie reisten im Februar 2008 nach Kathmandu und übernahmen die Ausbildung der Sherpas.
Das SF-Team besteht aus bewährten Kameraleuten, die bereits am Everest, in den Schweizer Bergen und in China am Muztagh Ata gearbeitet haben.
Unterstützt wird das Projekt von DEZA und Helvetas, deren Gelder direkt dem nepalesischen Team zugeflossen sind. Zudem ist es eine Co-Produktion mit arte.
Die Protagonisten
Dorjee Sherpa (42) und seine Familie aus Thamo.
Dorjee ist eine Sherpa-Legende. Er hat den Everest mit verschiedenen Expeditionen bereits 13 Mal bestiegen und gilt als einer der erfahrensten Climbing Sherpas.
Norbu Sherpa (28)
Norbu lebt heute in Kathmandu, hat eine gute Schulausbildung genossen, spricht fliessend englisch und betrachtet das Bergsteigen als eine Phase seines Lebens, während der er Ruhm, Ehre und Geld verdienen kann. Dabei geniesst er aber auch das Abenteuer an den 8000-ern. Er ist der Sirdar, der Führer der Sherpagruppe der Schweizer Expedition.
Ang Nima Sherpa
Ang Nima ist der „Eisfall- Doktor“ und damit der wichtigste Mann am Berg, bevor die Expeditionen ins Basislager kommen. Er ist verantwortlich für die für den Weg durch den berüchtigten Khumbu-Eisfall.
Climbing Sherpas
Sherpas, die für die westlichen Expeditionen am Everest bei Wind, Wetter und Kälte in eisigen Höhen die Zelte aufstellen, Fixseile verlegen und helfen, die zahlenden „Westler“ auf den Gipfel zu bringen.
Westliche Expedition unter Kari Kobler
Kari Kobler, der Berner Bergführer, ist einer der grössten kommerziellen Anbieter von Everest-Expeditionen. Er selber stand schon drei Mal auf dem Gipfel und hat in den letzten Jahren viele Bergsteiger auf den Gipfel gebracht. Er arbeitet eng mit Sherpas zusammen. Jeder seiner Expeditionsteilnehmer hat bei der Besteigung seinen eigenen Sherpa.
Die Produzenten
Frank Senn
Frank Senn produzierte als Journalist für SF-Redaktionen, wie «time out», «10vor10», «SF Spezial» oder «MTW» Filme und Reportagen. Seit zehn Jahren produziert er ausschliesslich Dokumentarfilme, vor allem im Bereich Bergfilm, einige davon in Nepal und Tibet. Mehrere seiner Filme und Projekte sind an internationalen Festivals ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit arte drehte er in den letzten Jahren u.a. «Eiger – auf den Spuren der Erstbesteiger» (2002) sowie «Muztagh Ata – Forschung in eisigen Höhen» (2006). 2007 produzierte er die siebenteilige Dokuserie «Die Bergretter – Unterwegs mit der Air Zermatt». Zusätzlich ist er in der Ausbildung des Schweizer Fernsehens tätig.
Hari Thapa
Hari Thapa studierte an der Tribhuwan University of Nepal Massenkommunikation. Er arbeitete als Reporter und Produzent für verschiedene Zeitungen in Nepal und für das nepalesische Fernsehen. Er produzierte mehrere Dokumentarvideos und Schulungsfilme für nationale und internationale NGOs in Nepal. Zudem war er Präsident und ist heute Berater der «Education Journalist’s Group».
Otto. C. Honegger
Otto. C. Honegger, ehemaliger Leiter der Redaktion DOK, ist Co-Autor und Excutive Producer des Films. Er hat selber zahlreiche Dokumentarfilme produziert und mehrere Bücher veröffentlicht.
Das Buch «Sherpas – Die wahren Helden am Everest»
Zum Film erscheint ein Buch mit zahlreichen Fotos im AS Verlag Zürich. Autoren sind Otto C. Honegger und Frank Senn. Die Fotos stammen von Otto C. Honegger, Tshering Palden und Hari Thapa.
copyright